Projekte

Brot von unserem Acker
Wir sind große Brotliebhaber und backen mit viel Enthusiasmus unser eigenes Sauerteig-Brot. So kamen wir schnell zu der Frage: „Warum nicht unseren eigenen Brot-Roggen anbauen?!“ Eine Möglichkeit, die wahrscheinlich den wenigsten Hobby-Bäckern gegeben ist. Einen Fläche für unseren Testlauf hatten wir auch schnell gefunden und so säten wir im Frühjahr 2023 Bio-Roggen in eine Teilfläche unseres Agroforst-Feldes. Weil wir auf Pflanzenschutz wie Insektizid, Herbizid o.ä. verzichteten, war der Bestand sehr „dreckig“. So wird es genannt, wenn viel anderes im Roggen mit hoch wächst und sich später im Erntegut wiederfindet. Nach der Ernte musste der Roggen also gereinigt und getrocknet werden, bevor er zu Brot werden konnte. Bei Roggen ist die Reinigung besonders wichtig, da sich auf die Körner ein Pilz setzen kann, der giftig für Mensch und Tier ist, das sogenannte Mutterkorn.
Auch wenn wir häufig Besuch und eine große Familie haben, war uns von Beginn klar: So viel Brot konnten wir gar nicht backen. Also nahmen wir Kontakt zur Landbäckerei Elshoff auf und merkten schnell, dass wir in die gleiche Richtung denken. Brotgetreide direkt aus der Region und vor Ort verarbeiten – das war unser gemeinsames Ziel. Im Sommer 2023 ernteten wir unseren ersten Roggen, ließen ihn reinigen und zum Teil mahlen. Aus dem Großteil backt die Landbäckerei Elshoff aktuell ein wunderbares Schwarzbrot (siehe Etikett/Bild) und verarbeitet es auch in anderen Backwaren wie bspw. der Paradieskruste.
Einmal angefixt, konnten wir natürlich nicht aufhören und ernteten 2025 erstmalig auch Dinkel.

Die Kooperation mit der Landbäckerei Elshoff macht uns besonders viel Spaß. Da wir allerdings noch ein bisschen mehr Getreide anbauen wollten, damit die Arbeit rentabel bleibt, brauchten wir noch mehr Brotbegeisterte. Diese fanden wir in der Bäckerei Schultejann aus Wettringen. Begeistert von den Vollkornbroten sprachen wir Michael und Carla (Foto links). Auch hier stellt regionale Wertschöpfung einen besonderen Wert da und wie wir selber, backen die beiden ihre Brote mit langer Teigruhe, Sauer- und Vorteigen. Qualität, die man einfach schmeckt. Wer sich von den Backwaren überzeugen will, kann das in der Wettringer Filiale oder auf verschiedenen Wochenmärkten. Bei letzteren sollte man allerdings etwas Zeit mitbringen, denn eine Schlange vor den Marktständen ist keine Seltenheit ;-).
Wir sind auf den Geschmack der Direktvermarktung und können neben Roggenkörnern und Roggenschrot auch Roggenvollkornmehl sowie Roggenmehl 1150 anbieten. Von unserem Dinkel haben wir die Typen ganze Körner, Vollkorn und 630. Wenn ihr unser Getreide ausprobieren möchtet, meldet euch gerne bei uns – wir geben die genannten Typen ab 1,5 kg ab.
Brot-Getreide
Neben dem Roggen bauen wir seit kurzem auch Dinkel an. Beides könnt ihr direkt von uns beziehen oder ihr seit Mitglied der Foodcoop Hülle&Fülle 2.0 in Burgsteinfurt. Falls ihr Interesse habt, sprecht uns einfach an.


Von der Schulbank auf den Acker
Im August 2024 startete das Gymnasium Arnoldinum mit einem ganz neuen Wahlpflichtfach in das neue Schuljahr und wir dürfen Teil davon sein! Erstmalig bietet eine Schule einen Wahlpflichtkurs an, bei dem die Schüler*innen selber Forschungsmethoden entwickeln, sie anwenden, dokumentieren und letztlich auswerten. So ein Angebot ist deutschlandweit einzigartig und wurde maßgeblich von der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster ins Leben gerufen. Die Lehrerin Mareike Schmelz und die Fachschaften Biologie, Erdkunde und Chemie sowie Thomas Middelanis vom Projekt agroforst-monitoring der Uni Münster mit seinem Team haben die Kursinhalte entwickelt, die jetzt umgesetzt und erprobt werden. Dabei spielt der Praxisbezug eine sehr große Rolle. Denn der Kurs „BioChEk – gemeinsam forschen für eine nachhaltige Landwirtschaft“ findet in Kooperation mit unserem Hof statt. Das Agroforstsystem ist dabei Ausgangspunkt für die praktische Forschung. Während die verschiedenen Themen im Klassenraum erarbeitet werden, findet ein wöchentlicher Austausch mit uns statt und zur Forschung kommen die Schüler*innen im Laufe des Schuljahres auch auf den Hof. „Citizen Science“ als Bürgerwissenschaften ist hier der Schlüsselbegriff.
Öl aus unserem Raps
Im letzten Jahr lernten Wir Andreas Heumann von der Ölmanufaktur Heumann in Greven kennen, er uns nach Raps für seine Öl-Produktion fragte. Da wir unseren Raps direkt nach der Ernte verkaufen, konnten wir ihm leider nicht weiterhelfen, trafen uns aber trotzdem. Andreas liegen die Rohstoffe sehr am Herzen und versucht möglichst viele seiner Nüsse und Saaten regional zu beziehen. Im Sommer 2024 konnten wir ihm dann endlich etwas aus der eigenen Ernte präsentieren und seit kurzem verkauft er Rapsöl, das aus unserem Raps gepresst wurde. Wie bei dem Brot ein tolles Gefühl! Wer Rapsöl möchte, kann sich gerne an uns wenden oder direkt in Andreas Shop bestellen.
